Medizinisches Cannabis

Eine Arzneipflanze mit grossem Potenzial

Cannabis Sativa gehört zu den ältesten Nutzpflanzen der Menschheit; Bereits vor über 5000 Jahren wurde Cannabis in Asien und Ägypten zur Faser- und Ölgewinnung, aber auch wegen der schmerzlindernden Wirkung angebaut. Heute sind nebst den Kultursorten für die Fasergewinnung auch jene, die zur Herstellung von Marijuana – den getrockneten Triebspitzen weiblicher Pflanzen – oder von Haschisch – dem von den Triebspitzen gewonnenen Harz – dienen, von Bedeutung.

Wegen des Gehaltes an Cannabinoiden ist der Anbau von Hanf in den meisten Ländern gesetzlich geregelt.

In der Schweiz ermöglichte 2011 die Revision des Betäubungsmittelgesetzes die eingeschränkte medizinische Anwendung von Cannabis. Seither nimmt die Zahl der Patienten bzw. Patientinnen, welche Cannabinoide medizinisch nutzen stetig zu.

Für den Bezug von THC haltigen Produkten braucht der Patient eine spezielle Ausnahmebewilligung (Arztrezept) [748 KB] , welche vom behandelnden Arzt ausgefüllt und beim BAG eingereicht wird.

Unsere Website soll sowohl Ärzten bzw. Ärztinnen, als auch Patienten bzw. Patientinnen Auskunft über Cannabisarzneimittel geben.
Für weitere Fragen zum medizinischen Cannabis sind wir sehr gerne für Sie da.

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Verschiedene Cannabinoide

Cannabinoide nennt man pharmakologisch aktive Inhaltsstoffe von Cannabis. Der wichtigste und am besten untersuchte Inhaltsstoff ist das ∆-Tetrahydrocannabinol (THC), das unter anderem für die psychotrope Wirkung verantwortlich ist. Cannabidiol (CBD) – das am zweithäufigsten in Hanfpflanzen vorkommende Cannabinoid – wirkt hingegen nicht psychotrop, sondern schwächt die psychotrope Wirkung des THC ab.

Rechtliche Situation

Unter Cannabisarzneimitteln versteht man Betäubungsmittel, welche den heilmittelrechtlichen Sicherheits- und Qualitätsanforderungen entsprechen und mehr als 1% THC enthalten. Bis Cannabisarzneimittel medizinisch genutzt werden können, benötigen die Herstellfirma, die Apotheke und der Patient bzw. die Patientin eine Ausnahmebewilligung des BAG.

Von den Cannabisarzneimitteln zu unterscheiden sind die cannabishaltigen Zubereitungen, welche weniger als 1% THC und/oder vorwiegend CBD enthalten. Diese fallen nicht unter das Betäubungsmittelgesetz und können ohne Ausnahmebewilligung als Magistralrezeptur an Patienten bzw. Patientinnen abgegeben werden.

Arzneimittel mit THC

Cannabisölharz wird aus THC-reichen Cannabisblüten extrahiert und gemäss Monographie C-054 auf einen THC-Gehalt von 5% eingestellt. Mit diesem Cannabis-Extrakt wird von der Apotheke Späni AG durch Verdünnung und allenfalls Zugabe von CBD (gemäss ärztlichem Rezept) eine Magistralrezeptur für die beschränkte medizinische Anwendung hergestellt. Diese Magistralrezeptur kann dann an Patienten bzw. Patientinnen mit einer entsprechenden Ausnahmebewilligung des BAG abgegeben werden.

Präparate mit CBD

CannabidiolLösung Produkte, die ausschliesslich CBD und kein THC enthalten werden aus CBD-reichen Cannabisblüten gewonnen. Patienten bzw. Patientinnen benötigen zur Abgabe von CBD-Lösungen keine Ausnahmebewilligung.

Individuelle THC- und CBD-Konzentrationen

Durch Mischen und Verdünnen von CBD- und THC Arzneimitteln kann die Apotheke Späni Magistralrezepturen mit variablem – individuell auf den Patienten bzw. die Patientin angepasstem – CBD- und THC Gehalt herstellen.

Bezug von Cannabisarzneimittel

Apotheken sind nicht berechtigt, Cannabispräparate zu verschreiben. Den Wunsch nach einer Cannabistherapie sollte man daher mit dem behandelnden ärztlichen Fachpersonal besprechen. Dieses begleitet den Patienten bzw. die Patientin bei der individuellen Dosisfindung (Eintitrierung) und stellt das Gesuch für eine Ausnahmebewilligung ans BAG, falls eine Therapie mit THC in Betracht gezogen wird. Ein Antragsformular [748 KB] für die BAG-Ausnahmebewilligung kann bei der Apotheke Späni AG bezogen werden.

Häufig gestellte Fragen:

Ist Cannabis ein potentes Schmerzmittel?

THC und CBD haben eine schmerzlindernde Wirkung. Die Wirkung verglichen mit Morphin ist aber mindestens 10x schwächer. 30% der mit Cannabis behandelten Patienten bzw. Patientinnen sprechen überhaupt nicht darauf an (sog. Non-Responder).

Wie erhalten Patienten Cannabisarzneimittel?

Apotheken sind nicht berechtigt, Cannabispräparate zu verschreiben. Den Wunsch nach einer Cannabistherapie sollte man daher mit dem behandelnden ärztlichen Fachpersonal besprechen. Dieses begleitet den Patienten bzw. die Patientin bei der individuellen Dosisfindung (Eintitrierung) und stellt das Gesuch für eine Ausnahmebewilligung ans BAG, falls eine Therapie mit THC in Betracht gezogen wird. Ein Antragsformular [748 KB] für die BAG-Ausnahmebewilligung kann bei der Apotheke Späni bezogen werden.

Hat CBD einen Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit?

Gemäss heutigem Erkenntnisstand ist die Wirkung von CBD auf die Fahrtüchtigkeit vernachlässigbar. Allerdings enthalten CBD-Lösungen meist geringe Mengen an THC, was dazu führen kann, dass der erlaubte Blut-Grenzwert für THC im Strassenverkehr (1.5 μg THC pro Liter Blut) oder im Urin (positiver Schnelltest) überschritten wird. In diesem Fall gilt die Person als fahruntüchtig.

Vor dem Gesetz ist die Fahrtüchtigkeit unter THC nicht gegeben, es besteht generell ein Fahrverbot. THC hat eine sehr lange Halbwertszeit und kann nach 12h und länger im Blut nachgewiesen werden. Im Schadensfall kann die Versicherung Regress-Ansprüche stellen.

Sind Reisen ins Ausland möglich?

Eine ärztliche Bestätigung, dass aus gesundheitlichen Gründen Cannabis eingenommen wird, muss bei Reisen in die EU und in Drittstaaten mitgeführt werden.

Werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen?

Die Behandlung von Cannabisarzneimitteln wird aktuell nicht von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung abgedeckt. Eine Vergütung durch die Krankenkasse erfolgt in Ausnahmefällen nach Rücksprache mit der Vertrauensärztin oder dem Vertrauensarzt. Ein Antragsformular für ein Gesuch um Kostengutsprache kann bei der Apotheke Späni bezogen werden.

Weiterführende Informationen finden Sie in der Patientenbroschüre [527 KB] oder in der Fachinformation [422 KB]

Broschüre

In der Patientenbroschüre finden Sie wichtige Informationen zu medizinischen Cannabisprodukten.

Die Broschüre richtet sich insbesondere an Patienten aber auch an Ärzte.
PDF-Broschüre [527 KB]

Fachinformation

In der Fachinformation finden Sie detaillierte Informationen zu Cannabisarzneimitteln (THS, CBD). Diese richtet sich insbesondere an Ärzte aber auch an Patienten, die vertiefte Informationen zum Thema suchen.

PDF Broschüre [422 KB]


Antragsformular BAG

Sie können hier Antragsformulare für Ihre Patienten herunterladen.

Antragsformular [748 KB]